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Weser Tourismus Geschichtliches
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Geschichtliches

Holzminden - Geschichtliches

Erstmals erwähnt wurde Holzminden 832 in mehreren Corveyer Schenkungsregistern und Urkunden unter dem Namen Holtesmeni, Holtesmini, Holtesmynne. Der Name bedeutet nicht wie von Grimm erwähnt „Waldgeschmeide“, sondern entstammt nach Angaben von Professor Edward Schröder in seinem Werk Deutsche Namenkunde (1938, Göttingen) von einer alten germanischen Bezeichnung für einen Bach: menni = Bach. Hierbei wird aber nicht der Ort der heutigen Kreisstadt, sondern ursprünglich das 1922 eingemeindete Altendorf (1275 antiqua villa), eine Siedlung an der großen, vom Niederrhein durch Westfalen nach dem Osten (Braunschweig bzw. Leipzig) führenden Straße, die die Weser überschritt, bezeichnet.

Neben der Siedlung Altendorf entstand vermutlich zwischen 1197 und 1202 als Markt- und Zollstädte der Grafen von Everstein die nova plantatio (neue Gründung), deren planmäßige Anlage im Grundriss noch deutlich erkennbar ist.

1245 erhielt Holtesminne (Holzminden) die Bestätigung ihres wichtigen Stadtrechtes durch Otto von Everstein; seit 1240 ist dieser auch im Besitz der Burg an der Weser. 1394 wird zwischen Corvey und Everstein ein Borchfrede to Holtesmynne geschlossen.

Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Burg aufgegeben, deren Ruinen wurden erst 1860 endgültig abgebrochen. In ihrem Schutz schritt Holzminden allerdings nicht, wie es für die Mehrzahl der Städte zutrifft, zu einer mit Türmen bewehrten Ummauerung fort, sondern begnügte sich mit der Beibehaltung der anfänglichen einfachen Hafenbefestigung (Wall und Palisade).

In den erbitterten Auseinandersetzungen mit den seit der staatsrechtlichen Anerkennung ihres Landesfürstentums 1235 machtvoll gegen die Weserlinie vordringenden Welfen und deren Parteigängern, den Edelherren von Homburg, den Eversteiner Grafen 1408 entfremdet, blieb die Stadt seit dem frühen 16. Jahrhundert im ausschließlichen Besitze der Wolfenbüttler Linien des braunschweigisch-lüneburgischen Hauses.

In einem Mandat an den Abt zu Corvey vom 18. April 1540 wird das Stettlin Holzmin von Kaiser Karl V. in Schutz genommen.

1565 wird im westlichen Teil des noch heute bestehenden Marktes ein spitzgiebeliges Rathaus errichtet, das das Stadtgericht, die Kämmerei, einen Hochzeits- und Gildensaal und einen Ratskeller beherbergte. Es bestand zahlreiche Kriegswirren und Altstadtbrände und musste erst 1821 wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

In der Folgezeit unternommene Versuche, ihre wirtschaftliche Stellung gegenüber dem benachbarten Höxter (Corvey) zu stärken (u. a. erster Holzbrückenbau 1619, die durch Eisgang 1620 zerstört wurde), erstickte der Dreißigjährige Krieg. Holzminden wurde 1640 von kaiserlichen Truppen zerstört und niedergebrannt und erholte sich davon nur langsam. Maßgeblich an dem Aufbau der Stadt beteiligt, waren auch Handwerker aus Kroatien.

In lebhafte Bewegung kam Holzminden erst wieder seit Mitte des 18. Jahrhunderts infolge zielbewusster baulicher und wirtschaftlicher Förderung, u. a. Gründung eines Eisenwerkes 1745 durch den 1742–1763 amtierenden Oberbürgermeister Johann Georg von Langen (1699–1776) und durch die Verbindung der Klosterschule von Amelungsborn mit der Stadtschule, siehe: Campe-Gymnasium.

In geistiger Hinsicht setzte sich jene fort mit der Wirksamkeit des als rationalistischem Theologen und Mathematiker bedeutenden Stadtpfarrers und Titularabtes von Amelungsborn von 1775 bis 1779 Johann Friedrich Ludwig Häseler sowie 1831 mit der Gründung der ersten deutschen und bis heute ältesten Baugewerkschule durch den Kreisbaumeister Friedrich Ludwig Haarmann. Die Hochschule heißt seit 2000 Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen.

Im April 1754 wird ein „Herzogliches Leyhaus“ (Leihhaus) in der Stadt gegründet, aus der 1765 die Braunschweigischen Staatsbank entsteht, die 1970 wiederum zur NORD/LB fusionierte.

Postgeschichte

Nach Henri Bade hat eine Kaiserliche Thurn und Taxissche Post schon vor 1700 bestanden. Die braunschweigische Landespost bestand in Holzminden auch schon vor 1743, denn schon vor der Fahrpost von Braunschweig nach Holzminden im Jahre 1743 gab es eine Route des reitenden Postboten von Braunschweig über Gandersheim, Holzminden weiter nach Paderborn.

Zur Entwicklung des Postwesens in Holzminden siehe: Postroute Braunschweig-Holzminden.

19. Jahrhundert

Von 1811 bis Januar 1814 wird die Stadt von den Franzosen unter Napoléon Bonaparte besetzt und dem Königreich Westphalen angegliedert. Ab 1814 kommt Holzminden zum Herzogtum Braunschweig.

1817 befuhr erstmals ein Lastdampfschiff mit Namen "Die Weser" den gleichnamigen Fluss. 1821 muss das baufällige Rathaus auf dem Marktplatz abgerissen werden.

Am 1. Januar 1833 wurde die Stadt Sitz der Verwaltung des Kreises Holzminden des Herzogtum Braunschweig mit den Ämtern Holzminden, Stadtoldendorf, Ottenstein und Thedinghausen.

In der Literatur ist Holzminden bekannt durch Wilhelm Raabe (1831–1910), der hier Kindheitsjahre (bis 1845) verlebte und dessen Erzählungen teilweise hier spielen.

Ab 1840 produzierte am Pipping an einer ehemaligen Steinschleifmühle die Holzwarenfabrik Fritz Ulrich GmbH bis in die 1960er Jahre.

Am 10. Oktober 1843 wurde der Personenschiffsverkehr auf der Weser aufgenommen. Das Schiff "Hermann" fuhr erstmals von Hameln nach Hannoversch Münden. Besonders der Senator Friedrich-Wilhelm Meyer aus Hameln entwickelte den zunehmenden Reiseverkehr mit der Gründung der Oberweser-Dampfschiffahrtgesellschaft (OWD) mit den späteren kohlebefeuerten Raddampfern „Kaiser Wilhelm“, „Kronprinz Wilhelm“, „Fürst Bismarck“ und „Graf Moltke“. 2002 musste die OWD, die von den Anrainer-Kommunen mitgetragen wurde, Insolvenz anmelden.

Am 19. Oktober 1845 erfolgt die Einweihung des neuen Schulgebäudes in der Neuen Straße, das nach dem Bau der Schule in der Karlstraße 1876/77 zum Rathaus der Stadt umgebaut wurde.

Vom 15. Januar bis zum 20. Mai 1849 war Wilhelm Erdmann Florian von Thielau Abgeordneter für Holzminden in der Frankfurter Nationalversammlung. 1849 gründet sich die heute noch bestehende Verein MTV 49 Holzminden e. V.

1865 erhielt die Stadt, die zu der Zeit 4.788 Einwohner besaß, einen Bahnanschluss an der Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen. Durch die Verbindung der Braunschweigischen Südbahn (Herzoglich Braunschweigische Staatseisenbahn) mit der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft entstand eine wichtige Fernverbindung in das rheinisch-westfälische Industriegebiet und ab 1868 über Magdeburg nach Berlin. Die einst zweigleisige Hauptstrecke verlor durch die Verlagerung der Verkehrsströme mehr in Nord-Süd-Richtung als Folge der deutschen Teilung nach 1945 an Bedeutung. Sie wurde in Abschnitten auf eingleisigen Betrieb zurückgebaut. 1871 beträgt die Einwohnerzahl 5.932 Bürger.

1874 wurde die Geruchs- und Geschmackstoff-Firma Haarmann & Reimer gegründet, in welcher das künstliche Vanillinaroma erfunden wurde. Dazu kam 1919 in derselben Branche das Dragoco-Werk. Im Jahr 2002 fusionierten die beiden Firmen zu dem Unternehmen Symrise. Noch heute gilt Holzminden als Zentrum der deutschen Riechstoff-Industrie.

Im Oktober 1876 wird die Bahnstrecke Holzminden–Scherfede eröffnet, die für den Personenverkehr bis 1984 in Betrieb blieb und 2006 auch den Güterverkehr einstellte.

1878 bis 1890 ist Holzminden Sitz eines braunschweigischen Landgerichts. 1878 erfolgt auch die Gründung der Richard Henne KG, einer Spezialfabrik für Asphalt- und Teermaschinen und 1879 gründet der Tischlermeister Heinrich Koschel am Hafendamm 3 eine Möbelfabrik. In den 1950er Jahren von seinem Sohn unter dem Namen Möbelfabrik Richard Koschel & Co. KG mit dem Markennamen „RiKO“ weitergeführt. Später kam ein Möbeleinrichtungshaus an der Allersheimer Straße hinzu. 1881 gründet der Architekt und ehemalige Lehrer der Baugewerkschule in Holzminden, Bernhard Liebold eine Zement- und Betonwarenfabrik auf der Wilhelmshütte in Holzminden. Ihm gehörte seit 1873 die Vorwohler Zementbaugesellschaft B. Liebold & Co. in Vorwohle (heute zur Gemeinde Eimen), die erste Fabrik in Niedersachsen die Portlandzement herstellte. Das Unternehmen fusionierte später mit dem Unternehmen Habermann & Guckes in Kiel und führte bis 1940 den Namen Habermann-Guckes-Liebold AG, danach Habermann & Guckes AG. Das heute noch bestehende Betonwerk Müller-Altvatter leitet sich noch als Nachfolgeunternehmen aus dem ehemaligen Traditionsunternehmen ab.

Im Juli 1884 wurde mit dem Bau einer Weserbrücke auf der Reichsstraße 64 zwischen Holzminden und Stahle begonnen, deren Kosten auf 287.500 Mark veranschlagt waren. Am 30. September 1885 wurde die Weserbrücke dann durch den Bürgermeister Schrader dem Verkehr übergeben und der Betrieb der Fähre eingestellt. Im gleichen Jahr wird die Holzwarenfabrik Fritz Ulrich am Pipping gegründet. 1895 gründet Carl Reese eine Blechwarenfabrik für Dauerkonserven in der Allersheimer Straße. 1897 wird das Speditionsunternehmen Carl Balke, 1899 das Kaufhaus Kösel und 1900 die Spedition Wilhelm Grote gegründet. 1894 gründet sich der Turnverein Deutsche Eiche Holzminden von 1894 e. V. und drei Jahre später der Männerturnverein MTV Altendorf e. V.

20. Jahrhundert

1900 werden am Sylbecker Berg die Glashüttenwerke Holzminden gegründet, die Hohlglasprodukte auf mechanischem Wege herstellt und die Wasser und Licht Installationsgroßhandlung eG. Außerdem existierte seit Ende es 19. Jahrhundert noch das Unternehmen I. Kornberg OHG, des Eigentümers Israel Kornberg, der einen Altwaren- und Metallhandel betrieb und 1928 auch die Tochtergesellschaft J. Kornberg jun. für das Kunststeinwerk gründete. Die I. Kornberg OHG erzielte 1930 einen Umsatz von 240.000 Reichsmark. 1901 erfolgt die Gründung Raiffeisenbank Holzminden eG in Altendorf (ab 1922 zu Holzminden), die 2003 mit der Volksbank Weserbergland eG fusionierte.

1904 wird die Hafenbahn angelegt, die eine Verbindung vom Weserkai zur Bahnlinie Altenbeken-Kreiensen herstellt und anfangs dem Umschlag einer Zuckerfabrik diente, später dem Getreidesilo. 1906 folgt in der Sparenbergstraße die Gründung der Firma Heyne & Penke durch Benno Heyne und Heinrich Penke. Die Firma begann anfangs mit der Herstellung imprägnierter Papiere aus Öl und Paraffin. 1910 leben 11.474 Einwohner in der Stadt. Im April 1913 wird mit dem VfB Holzminden der erste Fußballverein gegründet. 1917 übernimmt die Maschinenbau Aktiengesellschaft (MAG) Balcke ein Dampfsägewerk in Holzminden.

Im Ersten Weltkrieg befand sich außerhalb der Stadt am Landübungsplatz ein Kriegsgefangenenlager für bis zu 10.000 Personen unter dem Kommandanten Karl Niemeyer und unter Kontrolle des Infanterie Regiments 174. Schon ab 1914 wurden Gefangene aus feindlichen Ländern (u. a. Osbert Crawford) dort interniert, ebenso wie unerwünschte Deutsche. Die Lebensverhältnisse waren erträglich, obwohl die Gefangenen an Isolation, Mangel und leichten Strafen litten. Die Disziplin und die Strafen waren sehr strikt. Übliche Strafe: „der Mast“. Der Mann wurde zwei Stunden lang am Mast festgebunden, ohne zu essen zu bekommen. Diese ersten Geiseln wurden 1917 in ihre Länder zurückgeschickt. Anders verlief die zweite Deportation von 1.000 Gefangenen im Juli 1918. Die Frauen, welche ebenfalls nach Holzminden kamen, waren schrecklichen, verschlechterten Bedingungen ausgesetzt: Hygienemangel, unendliches Stehen im Regen beim Appell und Versorgungsmangel.

Im Juli 1918 kommt es in dem Kriegsgefangenenlager zum größten Ausbruchsversuch des Ersten Weltkriegs. 75 britische und australische Offiziere (u. a. Captain Stanley Purves und Private Dick Cash) nahmen daran teil. Nachdem aber 29 Gefangenen der Ausbruch durch einen Tunnel gelang, wurde die weitere Fortführung von dem Wachpersonal bemerkt und unterbunden. 10 Offizieren gelingt es später, die Niederlande zu erreichen.

1919 erfolgt die Gründung der Notbohm Bau GmbH, die 2002 in Konkurs ging.

1922 wird die unmittelbar angrenzende Ortschaft Altendorf als Ortsteil der Stadt Holzminden eingemeindet. Die Gemeinde Altendorf versuchte dies durch eine Klage gegen den Freistaat Braunschweig und die Stadt Holzminden wegen Verfassungswidrigkeit des Gesetzes vom 10. Mai 1921 vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich im Januar 1922 zu verhindern, unterlag aber im Rechtsstreit.

1925 wird in der Fürstenberger Straße das Holzpflaster- und Sägewerk Ernst Otto Becker gegründet, dem früher auch ein Baustoff- und Kohlenhandel angegliedert war. Firmeninhaber Ernst Otto Becker war 1932 zugleich Stadtverordneter für die NSDAP.

Am 1. Oktober 1927 gründet Otto Sasse die gleichnamige GmbH zur Produktion von Sperrholz. Im gleichen Jahr erfolgt die Gründung der Buch- und Offsetdruckerei Koch. 1928 gründen Peter Bachmann und Otto Becher die Weser-Spannholzwerke GmbH mit einem Werk in Holzminden und eines in Eschershausen. 1950 beschäftigte das Unternehmen an beiden Standorten 560 Mitarbeiter. Seit 1928 existiert der Tennisclub Holzminden von 1928 e. V.

1931 erfolgt die Firmengründung der Erich Pannecke Maschinenbau-Dreherei GmbH.

Am 1. Dezember 1932 erfolgt die Gründung des Vorschußvereins Holzminden eGmbH, der am 20. März 1939 zur Volksbank Holzminden eGmbH umbenannt wurde und ab 1970 nach weiteren Expansionen den Namen Volksbank Weserbergland annahm.

Durch eine Anfang der 1930er Jahre gegründete Bürgerinitiative entstand eine Stiftung, mit dem Zweck, ein Krankenhaus im evangelischen Geiste zu führen. Das Evangelische Krankenhaus Holzminden wurde daraufhin am 19. März 1933 eröffnet und löste das Städtische Krankenhaus am Hafendamm ab. Die heutige Evangelische Krankenhaus gGmbH gehört seit 2002 zur Pro-Diako-Holding.

1933 wird von den Nationalsozialisten ein Thingplatz im Stadtpark errichtet, der heute als Grill- und Spielplatz genutzt wird. (Foto unter: http://www.thirdreichruins.com/holzminden1.jpg)

1934 erfolgt die Gründung der Otto Künnecke Metallbau GmbH, später auch die Otto Künnecke Maschinenbau- und Anlagentechnik GmbH, der Firmengründer wird später zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

1936 wird der für „volkswirtschaftlich wichtige“ dritte große chemische Betrieb in Holzminden durch staatliche Subventionen aufgebaut. Die Holzverzuckerungsgesellschaft mbH mit übergroßen Perkolatoren und Destillationsanlagen wurde auf dem Gelände der ehemaligen Bärtlingschen Essigfabrik 1938 in Betrieb genommen. Aus Sägemehl der zahlreichen holzverarbeitenden Industrien der Stadt wurde unter Zusatz verdünnter Schwefelsäure nach dem Scholle-Verfahren Zucker und aus diesem nach Vergärung und Destillation Alkohole verschiedener Sorten von bis zu 400.000 Litern monatlich hergestellt. 1950 beschäftigte das Unternehmen 230 Mitarbeiter.

In der Reichspogromnacht 1938 wurde auch die 1838 erbaute Synagoge nahe dem Katzensprung zerstört und 1968 abgebrochen. Eine Tafel im Städtischen Torhaus erinnert seit dem 9. November 1999 daran.

Am Weserkai wurde von 1939 bis 1941 das kriegswichtige Getreidesilo (Reichsnährstandsilo) in Form eines getarnten 14stöckigen Hochhauses (55 m hoch) erbaut. Bewirtschaftet wird das bis heute größte Bauwerk der Stadt von der Rudolph Leopold Rieke GmbH & Co, heute RLR Logistik als modernes Getreidespeicher mit 45 Silozellen.

Am 22. Juni 1941 stürzt zwischen der Allersheimer Straße und Allersheim ein Militärflugzeug vom Typ Bücker Bü 131 ab. Der Pilot Gefreiter Dieter Reinhard von der Flugzeugschule in Berlin-Gatow kommt dabei ums Leben.

Am 1. März 1943 verhaftet die Kriminalpolizei acht Sinti in Holzminden, die dann in das Konzentrationslager Auschwitz gebracht wurden.

Im Zweiten Weltkrieg bombardieren und zerstören britische Kampfflugzeuge am 17. Mai 1943 die Edertalsperre und die Möhnetalsperre, dabei fließen über 172.000.000 Kubikmeter Wasser in das Wesertal ab. Die Innenstadt von Holzminden und die Getreidefelder um die Stadt herum werden dabei überflutet.

Im Sommer 1943 verlegt das Unternehmen Stiebel Eltron die Produktion vom zerstörten Berlin nach Holzminden. Die Fertigung von Rüstungsgütern wurde mit Mitarbeitern des Stammpersonals aus Berlin, neuen Mitarbeitern aus Holzminden und Kriegsgefangenen als Zwangsarbeiter (überwiegend aus Italien), ab 1. April 1944 am Lüchtringer Weg fortgeführt.

Im August 1943 stürzt nahe dem Stadtpark ein Militärflugzeug vom Typ Heinkel He 111 ab. Dabei kommt die Besatzung ums Leben. Es kommt zu weiteren Abstürzen von deutschen (zwei Messerschmitt Bf 109 am 10. Oktober 1943) und alliierten Flugzeugen nahe Holzminden u. a. durch zunehmende Luftkämpfe mit alliierten Flugzeugen.

Im Februar 1944 wird ein US-amerikanisches Jagdflugzeug vom Typ P-38 Lightning durch einen Wehrmachtsoldaten am Standortübungsplatz abgeschossen und stürzt nahe der Einbecker Straße ab. Der US-Pilot verstirbt an der Absturzstelle.

Am 31. März 1945 erfolgt ein alliierter Angriff auf das Bahngelände, dabei verfehlen die Bomben ihr Ziel und zerstören zwei Wohnhäuser. Sieben Personen darunter fünf Kinder werden getötet.

Am Osterdienstag, 3. April 1945 kamen fast 200 Menschen bei Bombenangriffen der 9. Air Force Bomber Command (XXIX TAC) der United States Army Air Forces (mit rund 230 Bombern der Typen B-26, A-20 und A-26) auf den Bahnanlagen ums Leben. Die Flugzeuge starteten vom Flugplatz Clastres und Denain/ Prouvy in Frankreich zum Angriff auf die Stadt. Die Weserbrücke wurde von deutschen Truppen gesprengt, und die Bauschule brannte nach der Explosion von Munition vollständig aus. Das 331. US-Infanterieregiment der 83. US-Infanteriedivision nahm am 9. April 1945 von Bevern kommend die Kreisstadt ein. Im Zweiten Weltkrieg starben über 305 Soldaten mit Geburtsort Holzminden.

Auf den Friedhöfen in Neuhaus im Solling (Friedhof Mädchenberg) und in Mühlenberg wurden zwischen 1942 und 1945 ausländische Zwangsarbeiter begraben, die in den Zivilarbeiterlagern der Stadtverwaltung, der Reichsbahn und im Lager in der Liebigstraße in Holzminden untergebracht waren. Auf dem städtischen Friedhof in der Allersheimer Straße befinden sich 182 Einzelgräber und ein Sammelgrab mit 24 Kriegsgefangenen aus Russland, Polen und Ungarn. Zwei Gedenksteine erinnern an die hohe Zahl der ausländischen Toten.

Am 15. Mai 1945 wird das US-amerikanische Flugabwehrbataillon 556th Antiaircraft Artillery Automatic Weapons Battalion (Mobile) mit Hauptquartier in Holzminden stationiert. Es setzt je eine Batterie in Holzminden, Neuhaus im Solling, Deensen und Meinbrexen ein und wird am 2. Juni 1945 nach Antwerpen verlegt.

Nach Kriegsende wurden hier bis zu 10.000 Ostvertriebene, vor allem aus der schlesischen Gemeinde Rębiszów (deutsch: Rabishau) bei Mirsk, einquartiert und integrierten sich nach und nach in die alteingesessene Bevölkerung. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam Holzminden zur britischen Besatzungszone mit einer Militärregierung in Hildesheim. Neben der Einquartierung von britischen Soldaten wurden bis Frühjahr 1948 auch rund 270 norwegische Soldaten der 471. Brigade in Holzminden als Besatzungsmacht stationiert.

1946 wird das vierte chemische Unternehmen der Stadt, die kleinere Bohnsack & Goseberg GmbH (BOGO) in der Sollingstraße gegründet und stellte Aromenkonzentrate, Likör- und Feinkostessenzen und Öle her. Im gleichen Jahr entstand auch die Möbelfabrik Hermann Fischer in der Rumohrtalstraße. 1948 errichtet das 1880 in Leipzig gegründete Unternehmen A. Brockmann KG eine selbständige Niederlassung in Holzminden zur Herstellung von Futterkalk („Zwergmarke“).

1947 erfolgt die Gründung des GSV (Gymnastik-Sport-Verein) Holzminden, der ursprünglich den Namen Gymnasialsportverein erhielt. 1948 gründet sich der noch heute bestehende Verein SV Wasserfreunde Holzminden e. V.. 1948 erfolgt auch die Gründung des Unternehmens Druckguß Eberhard Schlicht GmbH & Co. KG und wird zu einem Zulieferer der Automobilindustrie.

1949 verlegt die Britische Rheinarmee (BAOR) die in Holzminden aufgestellte 1st Division Engineers (u. a. mit dem 21 Field Engineer Regiment) von 1950 bis 1952 nach Nienburg.

1949 flüchten die Kaufhausinhaber Waltraut und Werner Schwager aus Eisenach nach Holzminden und eröffnen im Oktober in der Oberen Straße 3 das Textilhaus SCHWAGER GmbH. Am 18. April 1959 folgt die Eröffnung des neuen „Kaufhaus am Markt“. Nach dem Abriss eines Gebäudes in der Neuen Straße, das ein Schauburg-Kino beherbergte, erfolgte 1968 der Neubau des Kaufhauskomplexes, welches 1974 nochmals erweitert wurde. Heute wird das Unternehmen von Ralf Schwager geleitet.

1950 erfolgt die Gründung der Hamann Speditionsgesellschaft mbH & Co. KG, 1952 der Druckerei Erwin Simon und 1953 des Karosseriefachbetriebes Rüger GmbH. 1954 zieht die Bernd Laabs Möbelfabrik aus Gollnow in Westpommern nach Holzminden u. a. bekannt durch die ehemalige Traditionsmarke WILAGO.

1960 erfolgt die Gründung der Hans-Georg Beyer Maschinenbau- und Antriebstechnik im Lüchtringer Weg und die Florida Chemie Wilhelm Wnuck GmbH u. a. als Zulieferer der Bundeswehr (Dekontaminationsmittel, Trinkwasserkonserven), heute Gregor Chemie GmbH. Ein Jahr später gründet Kurt Schön am Schlehenbusch die SKM Elektronik KG für elektronische Baugruppen und gedruckte Schaltungen, die in den 1980er Jahren nach Spittal an der Drau in Österreich umzog.

1965 gab es auf der Weser noch einen regen Güterverkehr. Lastkähne, u. a. der Bremen-Mindener Schiffahrts-AG (BREMSAG) und der Westfälischen Transport-AG (WTAG) (heute: Rhenus AG & Co. KG), sowie die Privatschiffervereinigung Oberweser transportierten zahlreiche Güter weserabwärts.

Die Reste der 1938 in der Reichspogromnacht zerstörten Synagoge der Jüdischen Gemeinde Holzminden in der Oberbachstraße wurden 1968 abgerissen. An ihrer Stelle wurde teilweise das neue Kaufhaus Schwager errichtet. Ein Sandsteinkapitell, Pfeilerreste von 1837 und eine Gedenktafel sind im Katzensprung, der Tordurchfahrt des ehemaligen städtischen Museums zu finden.

1969 wird das Ackerbürgerhaus Düsterdieck-Kumlehn (Vierständerhaus), erbaut 1677 in der Mittleren Straße, abgebaut und befindet sich seit 1987 aufgebaut im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold.

Seit 1971 ist die Stadt Sitz der Kreisvolkshochschule (KVHS). Im selben Jahr findet unter großem Sicherheitsaufwand der 5. Parteitag der rechtsextremen Nationaldemokratische Partei Deutschlands in Holzminden statt.

1971 wurde zudem die „Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen“ in Holzminden und die „Königliche Baugewerkschule Hildesheim“ (gegr. 1900) zur „Fachhochschule Hildesheim/Holzminden“ fusioniert.

Im Oktober 1971 erfolgt nach einem Gebietsänderungsvertrag zwischen den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen die Eingliederung des vormals auf Holzmindener Seite gelegenen Otterbach-Gebietes zur Gemeinde Lüchtringen im Tausch gegen Gebiete am Stahler Ufer, dadurch werden 112 Einwohner Neubürger von Lüchtringen und der Stadt Höxter.

Als überregionale Serviceeinrichtung gründet sich 1976 die Aktion Tonband-Zeitung für Blinde e. V. in Holzminden, als eine der größten Dienstleistungszentralen zur Vervielfältigung und den Versand von Hörzeitungen für viele Regionen Deutschlands.

1977 kommt es zum Ausbau des Gewerbegebietes Bülte und es siedelt sich ein Real-Kauf Warenhaus (Anfang 2008 Übernahme durch Kaufland) und ein Praktiker-Baumarkt an. Später folgten weitere metallverarbeitende Unternehmen (Otto Künnecke, Just Metallbau), Autohäuser und Elektronikmärkte (Expert, ab 2008 auch Media-Markt).

1978 wird die Frachtschifffahrt auf der Weser endgültig eingestellt.

1985 nimmt das Albert-Schweitzer-Therapeutikum, eine Fachklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, seinen Betrieb auf. 1986 erfolgt außerdem die Gründung der Spedition H. Eilers Co. KG.

Am 1. Januar 1997 liegt die Einwohnerzahl der Stadt bei 22.020 Bürgern (= 26,4 % aller Einwohner des Landkreises Holzminden).

21. Jahrhundert

Im Juli 2004 war Holzminden Ausrichter des Landesfestes Tag der Niedersachsen.

2006 lag der Schuldenstand der Stadt mit 20.766 Einwohnern bei 2.087 Euro je Einwohner, insgesamt 43,34 Millionen Euro.

 
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